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Am Montag, den 04.07.2005 begann die furchtbare Odyssee von „Jameela“, die wie durch ein Wunder am Samstag, den 09.07.2005, ein glückliches Ende gefunden hat. Am Montag, den 04.07.2005, ließ mein Mann Bodo unsere Dalmis nach der Arbeit so gegen 17.30 Uhr in den Garten. Ihm fiel sofort auf, dass „Jameela“ beunruhigt war, da auf dem benachbarten Grundstück geschossen wurde und zudem noch ein Gewitter mit heftigen Sturmböen aufzog. Nur kurz verließ Bodo den Garten und ging ins Haus, als er einen heftigen Knall hörte, stürzte sofort nach draußen und musste feststellen, dass durch den heftigen Sturm eines unserer Zaunelemente direkt an der Straßenseite in den Garten hinein umgestürzt war, vermutlich hat „Jameela“ dieses abbekommen und ist in Panik auf die Kaunitzer Straße geflüchtet. Erschrocken musste er feststellen, dass sich Jameela nicht mehr im Garten befand und ist im Dauerlauf hinter ihr hergelaufen, konnte sie aber nicht mehr finden. Ein entfernter Nachbar teilte ihm mit, dass er Jameela schon ca. 1 km weiter auf der Autobahnbrücke in Richtung Truppenübungsplatz hatte laufen sehen. Glücklicherweise kam gerade ein Freund vorbei, der Bodo nach Hause fuhr, von wo aus er mit dem Mountainbike und sein Freund mit dem Auto die gesamte Gegend in Schloß Holte-Stukenbrock und Truppenübungsplatz absuchten. Eine Passantin hatte sie dort mitten auf der Straße laufend gesehen. Leider fanden die beiden aber keine Spur von ihr. Ich habe dann von zu Hause aus sämtliche in Frage kommenden Polizeidienststellen und Tierheime informiert. Gegen 20.30 Uhr erhielten wir einen Anruf von der Polizei, dass Jameela bereits im Industriegebiet von Oerlinghausen (15 km entfernt) gesichtet wurde. Sofort habe ich mich mit meiner Freundin auf den Weg gemacht und suchten bis zum Einbruch der Dunkelheit ganz Oerlinghausen ab, wieder ohne Erfolg. Unsere Verzweiflung wurde immer größer, da wir sicher waren, dass „Jameela“ nicht nach Hause finden würde, da ich grundsätzlich ca. eine ¼ Stunde mit dem Auto zu den Stellen Fahren, wo wir spazieren gehen. Am Dienstag, den 05.07.2005, habe ich morgens ca. 50 Flyer mit Jameelas Foto und meiner Handynr. im gesamten Bereich Schloß Holte-Stukenbrock und Oerlinghausen ausgehängt, doch leider bekamen wir keinen einzigen Hinweis. Gott sei Dank auch nicht von der Polizei, so konnten wir zumindest davon ausgehen, dass „Jameela“ keinen Unfall verursacht hatte. Ich hatte dann die schreckliche Vermutung, dass sie jemand mit nach Hause genommen hat und nicht wieder abgeben würde. Als eine weitere liebe Freundin erfuhr, was mit Jameela passiert ist, hat sie sofort die Foren im Internet informiert und die Leser, die in der Nähe wohnen, gebeten, sich an der Suchaktion zu beteiligen. Sie hat viele Tipps bekommen, was man noch so unternehmen kann und mit Hilfe weiterer Freunde viele Stellen informiert, die uns evtl. über den Verbleib „Jameela’s“ Infos geben könnten, wie z. B. Polizeidienststellen, sämtliche Jagdpächter im Waldgebiet „Senne“ und „Sieker Schweiz“, Tierärzte, Taxiunternehmen, Busunternehmen und Segelflughäfen in dem Bereich, die Kasernen in der Senne, den Senne-Ranch-Controler, sogar bei der Rettungshundestaffel, Radio und Fernsehen haben sie ihr Glück versucht, u.v.m.! Ich selbst habe in der Mittwochs- und Samstagszeitung Suchanzeigen geschaltet. Am Mittwoch, den 06.07.2005, bekamen mein Mann und ich morgens um 7.00 Uhr eine Schreckensmitteilung von der Autobahnpolizei. „Jameela“ wurde auf dem Autobahnkreuz Bielefeld-Zentrum gesichtet und von der Polizei von der Autobahn getrieben in Richtung Bielefeld-Stieghorst. Die Polizisten versuchten sie einzufangen, ohne Erfolg. Die ganze Aktion hat ihre Panik mit Sicherheit noch ins Unermessliche gesteigert. In der dortigen Wohnsiedlung, nahe des riesigen Waldgebietes „Sieker Schweiz“, wo sich auch ein großes Erdbeerfeld befindet, haben die Polizisten ihre Spur verloren. Sofort nach dem Anruf der Polizei habe ich alle verfügbaren Freunde alarmiert und wir sind auf die Suche gegangen. Wir haben über mehrere Kilometer im gesamten Waldgebiet Flyer verteilt, da wir davon ausgingen, dass sie in den Wald geflüchtet war, was, wie sich später herausstellte, falsch war. Denn um 14.30 Uhr erhielt ich den Anruf einer Anwohnerin, genau in dem Wohngebiet, wo die Polizei „Jameela“ verloren hatte, dass „Jameela“ völlig erschöpft vor ihrem Grundstück am Erdbeerfeld liegen würde, ihr Hund hatte die Anwohnerin auf sie aufmerksam gemacht. Mein Herz schlug bis zum Hals in der Erwartung, dass ich meine geliebte „Meela“ nun bald wieder in die Arme schließen würde, die schreckliche Ungewissheit und Anspannung war kaum noch zu ertragen. Schon 10 Minuten später waren wir an dem Haus angekommen und mussten feststellen, dass „Jameela“ schon wieder weg war. Die Anwohnerin sagte, dass sie „Jameela“ mit etwas Futter locken und anleinen wollte, woraufhin sie sofort geflüchtet ist. So wussten wir also, dass sie sich nicht von Fremden würde mitnehmen lassen, egal wie nett und freundlich sie zu ihr sind. Ihr ganzes Verhalten war nur auf Flucht und Überleben programmiert. Wie sollten wir sie dann jemals finden, wenn sie sich ständig versteckt und sich von Fremden nicht locken lässt. Wir waren alle furchtbar verzweifelt und frustriert und kämmten wieder bis zum Einbruch der Dunkelheit die gesamte Siedlung, das Erdbeerfeld, nahe gelegene Firmengebiete ab und verteilten überall Flyer. Völlig erschöpft und enttäuscht mussten wir bei Einbruch der Dunkelheit unsere Suche ergebnislos abbrechen. Am Donnerstag, den 07.07.2005, erhielt ich morgens um 10.00 Uhr den Anruf eines Joggers, dass er „Jameela“ in dem Waldgebiet, wo wir am Vortage die Flyer aufgehängt hatten, auf dem Hermannsweg in der Nähe der Bethelschen Anstalten gesichtet hatte (ca. 30 km von zu Hause entfernt!). Gott sei Dank, sie lebte noch. Er sagte allerdings, dass sie humpelt. Sofort wurden alle Freunde und Bekannten informiert und wir durchkämmten das gesamte Waldgebiet, ohne Erfolg. Meine Freundin aus Stuttgart, rief mich über Handy an und sagte mir, dass sie Kontakt zu einer befreundeten Tierkommunikatorin aufgenommen habe. Ich solle nicht nachdenken, sondern einfach tun, was sie mir sagt. Wir waren mittlerweile für alles dankbar, waren wir doch zu erschöpft und enttäuscht, als dass wir nicht diesem Hinweis nachgehen könnten. Wir klammerten uns nun an jeden Strohhalm. Die Kommunikatorin hatte es geschafft, zu „Jameela“ Kontakt aufzunehmen, nachdem sie ein Foto von ihr gesehen hatte. Sie konnte uns sagen, dass es Jameela den Umständen entsprechend gut gehe, ihr aber die Pfoten furchtbar weh täten, sie diese in einem Bach kühlen würde, sie langsam keine Kraft mehr hätte und wahrscheinlich nicht mehr flüchten würde, sondern Hilfe annehmen. Sie konnte uns die Gegend, in der sie „Jameela“ sah, ziemlich genau beschreiben. Sie sah einen Bachlauf, rechter Hand eine große eingezäunte Wiese mit großen Tieren drauf, einen großen Einsiedlerhof, einen Kiesfeldweg und eine asphaltierte Straße. Wir alle sollten „Jameela“ positive Gedanken schicken, sagen dass sie ein großes Mädchen ist und es schaffen wird und wir sie bald abholen. Von diesem Zeitpunkt an ging es mir viel besser, ich wollte einfach glauben, dass es wahr ist und es „Jameela“ halbwegs gut geht. Dann bekamen wir noch einen entscheidenden Hinweis von einem Jogger so gegen 16.00 Uhr, dass sich Jameela immer noch in dem Waldgebiet, Nähe des Gasthofes „Stiller Friede“, aufhält und einen Waldweg in Richtung Senne-Siedlung lief. Nach diesem Hinweis haben wir sofort dieses Gebiet mit ca. 20 Freunden und Bekannten durchkämmt und überall Flyer verteilt. Wir verteilten uns in mehrere Gruppen, um das Gebiet möglichst gut durchforsten zu können. Gegen 18.00 Uhr ging unsere Gruppe über eine Brücke und da wurde mir bewusst, dass ein Bach darunter herfließt, rechter Hand war eine große eingezäunte Kuhwiese, ich konnte von dort aus die Osningstraße sehen und im unteren Bereich linker Hand befand sich ein Kiesweg und ein großer Reiterhof. Das war genau das Gebiet, welches die Kommunikatorin beschrieben hatte, wir alle hatten Gänsehaut und auch unsere Hunde, vor allen Dingen Jameelas Mama Alissia spielten dort völlig verrückt. Trotzdem konnten wir sie nicht finden, da sie sich, völlig verängstigt, wahrscheinlich nicht aus ihrem Versteck traute. Auch am Reiterhof und in der angrenzen Siedlung haben wir mindestens 100 Flyer verteilt und so hofften wir am Freitag inständig auf Hinweise.
Freitag,
08.07.2005:
Samstag, 09.07.2005: Erstaunlicherweise befand sich „Jameela“ in einem guten Ernährungszustand, nach immerhin 4 Tagen und 5 Nächten in freier Natur. Sie hatte nur ein paar Blessuren, steife Glieder, sicherlich Muskel- und Knochenschmerzen und ziemlich wunde Pfoten. Mittlerweile ist sie schon wieder vollkommen die Alte und man könnte fast meinen, es wäre nichts passiert. Aber wir und auch Jameela werden diesen Albtraum niemals in unserem Leben vergessen!!! Es ist so wunderschön, sie wieder in die Arme schließen zu können! Unsere „Jameela“ ist wirklich eine echte Kämpferin, wir sind sehr stolz auf sie, dass sie diese schwere Prüfung so gut gemeistert hat!!! An den Suchtrupps beteiligte sich die gesamte verfügbare „Teuti-Familie“, Freunde und Bekannte aus dem ganzen Raum Bielefeld, Hövelriege, Spenge, Detmold, Herford, Minden, Höxter, Peine, Kassel, Salzgitter, Bückeburg, Hannover, Lostau b.Magdeburg, Leopoldstal - Dalmifreunde aus dem DDC, CDF und DVD - und viele mir sogar unbekannte Personen, die einfach nur helfen wollten.
Jameela endlich wieder in ihrem vertrauten Rudel! Auch auf diesem Wege danke ich euch allen für eure aufopferungsvolle Mithilfe und Anteilnahme. Ich bin sehr gerührt über so viel Mitgefühl und so unendlich viel Hilfsbereitschaft, dass ich es kaum in Worte zu fassen vermag!!! D a n k e noch mal an Alle, ihr ward wunderbar, wir sind unsagbar glücklich so wundervolle Freunde zu haben!!!!!!!!!!!!! |
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